Mittwoch, August 15, 2018

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WM Schanghai: Ein Schweizer im Konzert der Grossen dabei

(Valentin Oetterli - si/pbk) Drei Jahre nach seinem ersten Olympia-Final schwamm Dominik Meichtry endlich auch an Weltmeisterschaften unter die besten acht. Heute Mittag um 12.00 Uhr MESZ steht der St. Galler in Schanghai im Final über 200 m Crawl.

Meichtry hat 24 Stunden nach seinem Einbruch auf der letzten Bahnlänge im 400-m-Rennen eindrücklich bewiesen, dass dies nur ein Ausrutscher war. Als Belohnung für seinen beherzten Auftritt in den Halbfinals, die er in 1:47,30 als Sechstschnellster überstand, darf sich der 26-jährige Ostschweizer nochmals mit den Weltbesten messen. "Ich bin an dieser Hürde schon einige Male knapp gescheitert. Endlich konnte ich mein Potenzial wieder einmal voll ausschöpfen", sagte er erleichtert. Nervös sei er vor dem Halbfinal nicht mehr gross gewesen. Nervosität und Druck habe er vor allem vor dem Vorlauf am Morgen verspürt, so Meichtry.

Schnellster der Halbfinals war 400-m-Europameister Yannick Agnel in 1:45,62. Hinter dem aufstrebenden Crawl-Star der Franzosen "wimmelt" es im Final nur so von grossen Namen. Meichtry wird auf Bahn 7 gegen die Olympiasieger Michael Phelps, Ryan Lochte (beide USA) und Park Tae-Hwan (SKor) sowie gegen den Weltmeister und 200-m-Titelverteidiger Paul Biedermann (De) um die Medaillen kämpfen. Und auch die beiden Russen Nikita Lobinzew und Daniel Isotow, die das hochklassige Final-Oktett komplettieren, haben an Langbahn-EM oder -WM schon Einzelmedaillen vorzuweisen.

Auf Exploit angewiesen

Einzig der auch körperlich kleine Schweizer (183 cm) - im Achter-Feld ist nur der Südkoreaner Park weniger gross - ist im 50-m-Pool noch nicht "dekoriert". Ganz medaillenlos ist Meichtry dann aber doch nicht. 2008 holte er sich an der Kurzbahn-EM in Rijeka (Kro) Silber über 200 m Crawl.

Um in Schanghai die Lücke im Palmarès zu schliessen, muss Meichtry in den Bereich seines Schweizer Rekords vorstossen. Dieser steht seit Olympia in Peking bei 1:45,80. Dem in Los Angeles wohnhaften und trainierenden Schweizer ist bislang erst viermal überhaupt eine Zeit unter der 1:47er-Marke gelungen, drei davon in Peking. Bezüglich Taktik sagte Meichtry lachend, er werde wahrscheinlich "losgehen wie ein Rakete". Ernsthafter meinte er dann aber noch, dass "letzte Woche niemand Swann (Oberson - Red.) auf der Rechnung hatte. Doch dann habe sie es allen gezeigt und Gold gewonnen." Wer weiss, vielleicht sorgt ja Meichtry nur vier Tage später für die nächste Schweizer Sensation?

Zum dritten Mal Olympia

Meichtry ist seit den Europameisterschaften 2002 in Berlin auf internationaler (Langbahn-)Ebene dabei. Abgesehen von kontinentalen Titelkämpfen konnte er sich allerdings erst einmal für den Final qualifizieren: 2008 in Peking, als er als Sechster ein olympisches Diplom gewann. China scheint dem Ostschweizer Weltenbummler, der als Kind auch schon in Hongkong wohnte, also zu liegen. Im fünften Anlauf klappte es für Meichtry endlich auch auf Stufe WM.

Ob seinem Finalvorstoss wurde (fast) zur Nebensache, dass Meichtry bereits zum jetzigen Zeitpunkt mit seiner dritten Teilnahme an Olympischen Spielen planen darf. "Für das nächste Jahr diese Sicherheit zu haben, freut mich sehr", gibt Meichtry erleichert zu. Er blieb im Vorlauf (1:47,38) wie im Halbfinal (1:47,30) rund eine halbe Sekunde unter der von Swiss Swimming geforderten Limite für London 2012. Für die definitive Selektion muss Meichtry im Frühjahr einzig noch eine Leistungsbestätigung erbringen, die aber für ihn nur Formsache darstellt.

Lang zu lange unterwegs

Für die zwei weiteren Schweizer, die am Montag im Einsatz standen, setzte es Enttäuschungen ab. Flori Lang (28) reichte es über 100 m Rücken in 56,40 nur zum 40. Platz unter 50 Startern. Er verpasste seine persönliche Bestzeit von 2009 um 1,15 Sekunden. Auch heuer war der mittlerweile in Graz trainierende Zürcher schon eine halbe Sekunde schneller.

"Klar bin ich über die Zeit enttäuscht. Doch die ersten 50 Meter war das Gefühl sehr gut. Zudem lief es mir zuletzt im Crawl-Bereich besser. Ich bin deshalb zuversichtlich für die weiteren WM-Rennen", sagte Routinier Lang. In Schanghai stehen für ihn noch Einsätze über 50 und 100 m Crawl sowie 50 m Rücken an.

Brustspezialistin Stéphanie Spahn blieb über 100 m in 1:11,13 genau eine Sekunde über ihrer Bestzeit von Ende Juni in Paris. Die 20-jährige Zürcherin klassierte sich in ihrem ersten WM-Rennen überhaupt nur als 30. unter 46 Starterinnen.

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