Mittwoch, August 15, 2018

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WM Schanghai: Platz 7 für Meichtry bei WM-Finalpremiere

(Valentin Oetterli - si/pbk) "Leistung: gut, Medaillenchancen: null", so lautet in etwa die Kürzestfassung von Dominik Meichtrys WM-Final über 200 m in Schanghai. Der St. Galler Crawlspezialist klassierte sich in 1:47,02 im 7. Rang. Gold ging an Ryan Lochte (USA), der Landsmann Phelps schlug.

Meichtry gelangte in Schanghai als 26-Jähriger zu seiner Finalpremiere an Weltmeisterschaften. "Es war ein geiles Erlebnis", formulierte es der Schweizer Teamleader, der 2003 in Barcelona erstmals an einer WM teilnahm, salopp. "Ich liess mich durch nichts ablenken und konnte mich hier von Rennen zu Rennen steigern", freute sich Meichtry, der im Final nochmals 28 Hundertstel schneller war als 24 Stunden zuvor.

Als "schade" empfand er es hingegen, dass "es nicht für etwas mehr als den siebten Platz gereicht hat. Schön wäre auch gewesen, wenn ich eine 1:46er-Zeit erreicht hätte." Dazu fehlten ihm nur drei Hundertstel, zu einer Rangverbesserung aber schon 0,45 und zu seiner ersten Medaille auf der Langbahn gar 2,14 Sekunden.

Bestzeit ohne Ganzkörperanzug

Doch Meichtry darf mit seiner Leistung zufrieden sein, war er doch vor Schanghai nur die Nummer 22 des Jahres. Es zeigte sich auch in Schanghai, dass die 200 m Crawl die wohl am härtesten umkämpfte Strecke im Schwimmen sind. Auf dieser Strecke treffen sich die besten Sprinter mit den Top-Cracks der längeren Crawl-Distanzen.

Meichtry ist auf seiner Paradestrecke erst viermal schneller geschwommen, dabei trug er allerdings immer einen Ganzkörperanzug. So auch bei seinem Karrierehöhepunkt 2008 in Peking, als er Olympia-Sechster wurde. Meichtry sorgte gleichzeitig auch für die beste WM-Klassierung eines Schweizers seit Melbourne. Im März 2007 hatte Flavia Rigamonti WM-Silber über 1500 m Crawl gewonnen. 18 Monate später, nach Olympia in Peking, trat die Tessinerin zurück. An der WM 2009 in Rom stiess kein Schweizer in die Top 8 vor, wobei Meichtry als Neunter über 200 m auch etwas Pech hatte.

Ohne Druck Richtung London

Da der Ostschweizer in Schanghai gleich dreimal unter der Olympia-Limite blieb, kann er sich in Ruhe und ohne Qualifikationsdruck für London vorbereiten. "Schanghai hat mir gezeigt, dass ich auf dem richtigen Weg bin", ist Meichtry überzeugt. Er werde in seiner Trainingsgestaltung nichts ändern, es bleibe bei acht Einheiten im Wasser unter seinem bisherigen Trainer. Seit sieben Jahren trainiert und wohnt Meichtry in Kalifornien, zunächst an der Universität in Berkeley, ehe er vor knapp zwei Jahren nach Los Angeles in die stark besetzte Trainingsgruppe von Dave Salo wechselte.

Meichtry nur kurz vor Phelps

Dominik Meichtry vor Michael Phelps - dieser Traum währte nicht lange und fand nur bei der Präsentation des Finalfeldes statt. Doch auch der siegverwöhnte Superstar der Schwimmszene (14-mal Olympiasieger und 22-mal Weltmeister) musste die Überlegenheit eines Konkurrenten anerkennen. Der 200-m-Olympiasieger Phelps holte sich nur die Silbermedaille, er musste sich seinem Landsmann Ryan Lochte um 0,35 Sekunden geschlagen geben. "Ich darf mich nicht beklagen, denn ich bin über eine Sekunde schneller als vor einem Jahr. Wir sind auf dem richtigen Weg. Natürlich bin ich aber unzufrieden, dass ich nicht gewonnen habe", sagte Phelps.

Lochte gewann das hochklassige Rennen, in welchem fünf Schwimmer innerhalb von sechs Zehntel blieben, mit der Jahresweltbestzeit von 1:44,44. Der 26-Jährige aus Daytona, bisher trotz dreimal Olympia-Gold und siebenmal WM-Gold Phelps' "Schattenmann", schlug diesen erstmals überhaupt an einem Anlass der gesamten Weltelite. Der ein Jahr ältere Phelps erlitt damit in Schanghai bereits die zweite Niederlage und kann höchstens noch fünffacher Weltmeister werden. "Dieser Sieg gibt mir einen grossen Schub an Selbstvertrauen und führt dazu, dass ich diese Woche noch weitere Rennen gewinne", hoffte der Sieger.

Dritter wurde Titelverteidiger Paul Biedermann. "Irgendwie wollte ich mehr. Ich kann mich über diese Medaille noch nicht recht freuen", sagte der entthronte Doppel-Weltmeister aus Deutschland, nachdem er in Shanghai auch seinen zweiten Titel gegen Bronze eingetauscht hatte.

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