Mittwoch, August 15, 2018

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WM Schanghai: Interview - Dominik Meichtry - "Bin stolz und enttäuscht zugleich"

(Valentin Oetterli - si/pbk) Dominik Meichtry (26) ist seit dem Rücktritt von Flavia Rigamonti nach den Olympischen Spielen 2008 das Aushängeschild von Swiss Swimming. Als Siebenter über 200 m Crawl sorgte der St. Galler für die erste Schweizer WM-Finalteilnahme seit 2007.

Dominik Meichtry, erstmals seit dem 6. Platz an den Olympischen Spielen in Peking standen Sie an einem Anlass der Weltelite wieder im Final. Wie war's?

Dominik Meichtry: "Ganz gut. Kurz vor dem Einlaufen ins Stadion schaute ich auf einen Bildschirm, wo alle Finalteilnehmer aufgelistet waren. Dass ich da dabei sein durfte, war wirklich geil."

Und das Rennen...

"Naja, das Rennen selber. So kurz danach weiss ich nicht so richtig, was ich davon halten soll."

Weshalb nicht?

"Ich habe zwiespältige Gefühle. Einerseits ist meine Mentalität die, dass wenn ich den WM-Final erreicht habe, ich dann auch um die Top-Plätze schwimmen will. Auch hatte ich den Ehrgeiz, unter eine Zeit von 1:47 zu kommen. Deswegen bin ich etwas enttäuscht."

Und andererseits?

"Gleichzeitig bin ich eben auch stolz. Der Kopf sagt mir, dass ich eine sehr gute Saison hinter mir habe. Es ging alles auf: Ich bin in den WM-Final gekommen und dort dann schneller als im Vorlauf und Halbfinal geschwommen. Das gibt mir Zuversicht und zeigt mir, dass ich eindeutig dort vorne hingehöre. Vergessen darf ich zudem auch nicht, dass ich nur als Weltnummer 22 nach Schanghai kam, nun bin ich in den Top 10. Ich bin meine beste Zeit ohne Ganzkörperanzug geschwommen. Und im Final wäre ich auch mit meinem Schweizer Rekord (1:45,80 - Red.) nur eine Position besser klassiert gewesen. In ein paar Tagen wird deshalb wohl auch bei mir die positive Sicht der Dinge überwiegen."

Was ist in einem WM-Final anders als bei einem Vorlauf?

"Die Anspannung ist sicher grösser. Dennoch konnte ich den Final geniessen. Dann habe ich auch als Letztes vor dem Start wahrgenommen, wie laut die Leute sind. Das Rennen über die 200 Meter war sicherlich eines der Höhepunkte der ganzen WM. Schön, dass ich als Schweizer dabei war."

Was fällt Ihnen zum Siegertrio Ryan Lochte, Michael Phelps und Paul Biedermann ein?

"Dass diese drei zusammen schon wahnsinnig viele Olympia- und WM-Medaillen gewonnen haben."

Sie gingen den Final um einige Zehntel langsamer an als die Rennen zuvor. War das bewusst?

"Das hat sich einfach so ergeben. Ich hätte erwartet, dass der Südkoreaner Park neben mir schneller beginnt, so wie bei seinem Triumph über 400 Meter. Im Nachhinein bin ich erstaunt, dass wir nach halber Distanz so langsam unterwegs waren. Doch ich habe nur Park und den daneben schwimmenden Biedermann wahrgenommen. Bis zu Lochte und Phelps sah ich nicht."

War es keine Option, dass Sie selber mehr die Initiative ergreifen?

"Ich habe vor dem Final lange mit meinem Trainer (Dave Salo - Red.) über die verschiedenen Taktiken gesprochen, wie ich das Rennen schwimmen soll. Die Taktik 'Ab wie eine Rakete' haben wir aber verworfen, weil ich sonst auf den letzten 25 Metern viel zu kaputt gewesen wäre. Wir haben uns dann für einen kontrollierten Wettkampf entschieden. Im Vorlauf bin ich noch vor allem mit Herz geschwommen, im Halbfinal war es dann eine Mischung aus Kopf und Herz und nun im Final überwiegend mit dem Kopf. Die WM hat mir gezeigt, dass diese Entwicklung die richtige ist und ich auch künftig so schwimmen muss, damit ich meine Ziele erreichen kann."

Die letzte Bahnlänge sind Sie wohl noch selten schneller geschwommen.

"Genau. Die Renneinteilung war wirklich sehr gut. Schanghai war eine gute Vorbereitung für die Olympischen Spiele in London."

Wie sieht Ihre Planung für die nächsten zwölf Monate bis zum Beginn der Sommerspiele aus?

"Ich schwimme gerne viele Rennen. Also werde ich im Herbst an ein paar Kurzbahn-Weltcups teilnehmen und dann wohl auch an der Kurzbahn-EM. Anfang Jahr folgen in den USA ein paar Grand-Prix-Meetings. Danach muss ich schauen, ob ich an die Schweizer Meisterschaften komme. Da ich die Olympia-Limite schon habe, muss ich das nicht unbedingt. Im Mai folgt dann wahrscheinlich die Langbahn-EM (in Antwerpen - Red.). Und dann geht es schon bald Richtung London."

Planen Sie Änderungen im Training?

"Nein, eigentlich nicht. Ich fühle mich durch Schanghai auf meinem Weg bestätigt. Es bleibt wahrscheinlich bei acht Trainingseinheiten im Pool pro Woche. Zwischendurch werde ich auch surfen gehen oder mache ich auch mal Yoga. Von den Strecken her sehe ich mich neben den 200 vor allem auch über 400 Meter. Dies trotz der Enttäuschung zum WM-Auftakt. Der Hunderter befindet sich momentan eher etwas im Hintergrund."

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