Mittwoch, August 15, 2018

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EM 2010 Budapest: Olympia-Finalist vermeidet frühzeitiges Out mit Glück

Meichtry: "Jetzt geht es um Medaillen"

von Valentin Oetterli, Budapest

(VO) Dominik Meichtry kämpft heute Abend um 18 Uhr in Budapest um EM-Medaillen. Der seit einem Jahr in Los Angeles trainierende St. Galler qualifizierte sich auf seiner Paradestrecke 200 m Crawl als Achter gerade noch für den Final.

Für den Höhepunkt aus internationaler Sicht sorgte am zweiten Wettkampftag in der ungarischen Hauptstadt der Franzose Camille Lacourt, der über 100 m Rücken mit Europarekord triumphierte.

Dominik Meichtry schaffte erst zum zweiten Mal in seiner Karriere den Vorstoss in einen Final im 50-m-Becken. Das zuvor einzige Mal war vor zwei Jahren an den Olympischen Spielen in Peking, als er ebenfalls über 200 m Sechster wurde. Für einmal war Meichtry, der an Titelkämpfen schon mehrmals knapp den Einzug in die nächste Runde verpasste, das Glück hold.

"Letztes Jahr in Rom fehlten mir als Neuntem drei Zehntel zum Final. Ich bin erleichert, dass es mir dieses Mal gerade noch reichte, umso mehr, als ich wegen einer Magenverstimmung geschwächt antrat", so Meichtry, dem im Halbfinal vor allem auch eine starke Willensleistung gelang. Der Ostschweizer, dem seit Montagnachmittag übel war und der sich auch "drei- oder viermal" übergeben musste, verbesserte sich in 1:48,92 gegenüber dem Vorlauf am Morgen gleich um 1,3 Sekunden. "Die Steigerung erfolgte im Kopf, denn viel besser als im Vorlauf fühlte ich mich eigentlich nicht", sagte Meichtry. Er habe in den Jahren in Amerika gelernt, wie man mit einem müden Körper umgehen müsse. "Es geht ganz einfach darum, die Kommunikation zwischen Kopf und Körper zu unterbinden."

Blick voraus

So erleichtert Meichtry über die Finalqualifikation auch war, wollte er sich dennoch nicht allzu lange darüber aufhalten. Nur wenige Minuten nach dem Halbfinal galt sein Blick schon dem entscheidenden Rennen: "Ich habe nun 22 Stunden Zeit, um mich möglichst gut zu erholen und die Energiespeicher wieder zu füllen. Hoffentlich kann ich im Final noch mehr Gas geben. Jetzt geht es um Medaillen und ich werde so stark fighten wie es nur geht."

Mit Abstand der Schnellste in den Halbfinals über die vier Bahnlängen war der Deutsche Weltrekordhalter Paul Biedermann, der in 1:46,88 die Konkurrenz um neun Zehntel und mehr distanzierte.

Spahns verpasste Chance

Die EM-Debütantin Stéphanie Spahn verpasste über 100 m Brust eine gute Gelegenheit, sich für die Top 16 zu qualifizieren. Dazu hätte die 19-jährige Zürcher Brustspezialistin allerdings in den Bereich ihrer Ende Juni in Paris erzielten persönlichen Bestleitung (1:10,13) schwimmen müssen. Doch Spahn ging ihr erstes Rennen an einem internationalen Grossanlass (zu) forsch an: Nach guten ersten 50 Metern brach sie auf der zweiten Bahnlänge ein. Letztlich klassierte sich Spahn in 1:11,20 nur im 23. Rang, zur Halbfinal-Teilnahme fehlten ihr 0,61 Sekunden.

"Die 32,5 Sekunden nach 50 Metern waren meine zweitbeste Leistung überhaupt, deshalb bin ich für mein zweites Rennen zuversichtlich", sagte die enttäuschte Spahn, die am Samstag über 50 m, ihrer bevorzugten Distanz, Gelegenheit zu einem weiteren EM-Auftritt erhält.

Der in den letzten Tagen kränkelnde Schaffhauser Stefan Sigrist blieb im Vorlauf über 1500 m Crawl in 16:23,14 fast 50 Sekunden über seiner persönlichen Bestzeit, womit er sich nur als 21. und Letzter klassierte.

Europarekord über 100 m Rücken

Über die 100 m Rücken gewann der Franzose Camille Lacourt in 52,11 -- der zweitbesten je erzielten Zeit auf dieser Strecke. Nur der Amerikaner Aaron Peirsol war vor Jahresfrist an der WM in Rom noch 17 Hundertstel schneller als der 25-Jährige aus Narbonne, der bisher an internationalen Grossanlässen weder auf der Lang- noch Kurzbahn gross in Erscheinung trat. Lacourt distanzierte seinen zweitklassierten Landsmann Jérémy Stravius um mehr als 1,3 Sekunden.

Dass die erste kontinentale Bestmarke dieses Jahres im Rücken-Stil fiel, kommt nur bedingt überraschend. In dieser Lage ist der Auftrieb auf Hüfthöhe entscheidend, womit die -- seit dem 1. Januar 2010 verbotenen -- High-Tech-Ganzkörperanzüge keinen entscheidenden Vorteil brachten.

Die gestrigen fünf Titel in Budapest gingen an Schwimmer aus fünf verschiedenen Nationen. Neben Lacourt sicherten sich der Spanier Rafael Munoz (über 50 m Delfin) -- der an der EM trotz drei verpassten, unangekündigten Dopingtests starten durfte --, der Norweger Alexander Dale Oen (100 m Brust), die Britin Elizabeth Simmonds (200 m Rücken) sowie Therese Alshammar (50 m Delfin) EM-Gold. Für die 33-jährige Schwedin wars bereits die 60. Medaille an einem internationalen Grossanlass (Olympia, Welt- und Europameisterschaften).

Resultats 30th LEN European Swimming Championships 2010 Budapest, Hungary (August 9 - 15, 2010)

EM 2010 Budapest: Zwiespältiger Test zum EM-Auftakt des Olympia-Finalisten

Meichtry über 400 m Crawl chancenlos

von Valentin Oetterli, Budapest

(VO) Am Tag vor dem Einsatz auf seiner Lieblingsstrecke 200 m Crawl hinterliess Dominik Meichtry an der EM in Budapest beim Test über die doppelte Distanz einen zwiespältigen Eindruck. Der St. Galler fiel nach schnellem Start auf der zweiten Hälfte weit zurück.

Die Goldmedaillen am ersten Wettkampftag der Schwimmer in der ungarischen Hauptstadt gingen an den Franzosen Yannick Agnel (400 m Crawl) und die Britin Hannah Miley (400 m Lagen). In den Staffeln über 4x100 m Crawl holten sich Russland (Männer) und Deutschland (Frauen) die Titel.

Dominik Meichtry verpasste bei zum EM-Auftakt die Finalteilnahme überaus deutlich. Der 25-jährige St. Galler ging zwar gewohnt schnell an, war im Vergleich mit seinen 30 Konkurrenten nach 100 m Zweiter und zur Hälfte der Distanz immer noch Dritter. Danach allerdings wurde Meichtry, der am Schluss gar nicht mehr gross insistierte, nach hinten durchgereicht. Letztlich klassierte er sich in mässigen 3:57,99 nur im 25. Rang. Für die Final-Qualifikation der besten acht hätte er eine Zeit von unter 3:51 benötigt.

"Ich durfte nicht erwarten, mich für den Final zu qualifizieren. Doch der Platz ist wirklich nicht so gut. Immerhin, auf den ersten 200 Metern fühlte ich mich nicht schlecht", sagte Meichtry. Der Olympia-Finalist von Peking (200 m Crawl) zeigte sich deshalb nach seinem ersten EM-Einsatz nicht beunruhigt: "Die 400 m finde ich in erster Linie eine gute Gelegenheit, um in einen Grossanlass zu finden. Mein Hauptrennen kommt aber erst heute und für dieses fühle ich mich entspannt." Er habe, so Meichtry, zuletzt vor allem dafür trainiert, dass er auf der letzten Bahnlänge über 200 m schneller sei. Zu welcher Zeit es ihm heute im Vorlauf am Morgen und dann (hoffentlich) im Halbfinal am Abend reicht, kann er selbst nicht so genau einschätzen: "Ich habe seit letztem Jahr an der WM in Rom nie mehr in Topform einen Wettkampf im 50-m-Becken bestritten." Und der Vergleich mit 2008 und 2009 ergibt auch nicht viel Sinn, weil das die Periode mit den High-Tech-Ganzkörperanzügen war, die seit Anfang dieses Jahres aber verboten sind.

Saisonbestleistung für van Berkel

Von der Schweizer Siebner-Delegation im 50-m-Becken auf der Margaret-Insel stand am ersten Wettkampftag neben Meichtry einzig noch Martina van Berkel im Einsatz. Der 21-jährigen Zürcherin gelang über 200 m Rücken in 2:16,66 eine persönliche Saisonbestleistung. Als 20. fehlten van Berkel zur Halbfinalteilnahme indes fast zwei Sekunden. "Ich hätte mir eine Zeit unter 2:16 erhofft, doch immerhin hat es zu einer Saisonbestzeit gereicht und habe ich meinen Vorlauf gewonnen", so van Berkel, die in Budapest auch noch über 100 und 200 m Delfin starten wird.

Gold für 18-jährigen Franzosen

Erster Höhepunkt der Langbahn-EM war das Duell zwischen dem Doppelweltmeister und 400-m-Weltrekordhalter Paul Biedermann aus Deutschland und dem 18-jährigen Franzosen Yannick Agnel. Der 2,01 m grosse und nur 80 kg schwere Teenager aus Nimes führte sich bei seinem ersten EM-Einsatz bei der Elite gleich perfekt ein. "Einfach genial, das erste Rennen überhaupt gleich zu gewinnen", befand Agnel.

Agnel, der an den letzten zwei Nachwuchs-EM gleich achtmal Gold scheffelte, hielt Biedermanns Schlussangriff stand und triumphierte in persönlicher Bestzeit von 3:46,17. "Er war besser. Wahrscheinlich habe ich aber auch zu spät mein Tempo erhöht", mutmasste Biedermann, der zwischendurch fast eine Sekunde zurücklag und sich letztlich um 13 Hundertstel geschlagen geben musste.

Resultats 30th LEN European Swimming Championships 2010 Budapest, Hungary (August 9 - 15, 2010)

EM 2010 Budapest: Lang und Meichtry im erweiterten Favoritenkreis

Kleine, aber feine Schweizer EM-Delegation

von Valentin Oetterli, Budapest

(VO) Der 200-m-Crawlspezialist Dominik Meichtry und der Rücken-Sprinter Flori Lang dürfen sich von den sieben Schweizer Schwimmern an der Langbahn-EM in Budapest die besten Finalchancen ausrechnen. Bei optimalem Wettkampfverlauf lockt für das Duo sogar der Medaillengewinn.

Neben den Aushängeschildern Lang und Meichtry vermochten sich einzig noch Martina van Berkel (über 200 m Delfin), Ivana Gabrilo (50 m Rücken) und erstmals die 19-jährige Zürcherin Stéphanie Spahn für die Pool-Wettkämpfe in Budapest zu qualifizieren. Dazu erhalten die Langstreckenschwimmer Iris Matthey und Stefan Sigrist nach den Open-Water-Bewerben im Balatonsee auch noch je eine Startgelegenheit über 1500 m Crawl.

 

Dass das Schweizer Septett in der ungarischen Hauptstadt ähnlich erfolgreich abschneidet wie die Swiss-Swimming-Delegation vor zwei Jahren in Eindhoven, ist kaum zu erwarten. An den Europameisterschaften in Holland stimmte aus Schweizer Sicht sowohl die Masse (mit 18 Schwimmern) wie auch die Klasse (2 Medaillen, vier Schweizer Rekorde und 40 Prozent persönliche Bestzeiten). Die mittlerweile zurückgetretene Tessinerin Flavia Rigamonti (Gold über 1500 m Crawl) und der Zürcher Flori Lang (Silber über 50 m Rücken) sorgten in Eindhoven für die erfolgreichsten Titelkämpfe seit Helsinki im Jahr 2000.

"Unsere Zielsetzungen für Budapest sind zwei Finalplätze. Die zweite Garde soll sich für die Halbfinals qualifizieren", so die Erwartungen von Steffen Liess, Chef Leistungssport von Swiss Swimming. Für das Erreichen der Finalplätze kommen wohl einzig Lang und Meichtry in Frage. Für den Rest geht es darum, persönliche Bestzeiten (oder möglichst nahe daran) zu schwimmen. "Dann wird auch die Halbfinal-Qualifikation Tatsache", ist der ehemalige Spitzenschwimmer aus Deutschland überzeugt. Über die seit dem 1. Januar 2010 verbotenen Ganzkörper-Plastikanzüge und den dadurch weit entrückten Rekordmarken mag sich Liess nicht lange aufhalten: "Unsere Schwimmer sind schnell, egal mit welchen Anzügen. Ich hoffe, dass sie es in Budapest beweisen können."

 

Meichtry fünf Kilo leichter

 

"Wahnsinnig gespannt", zu was er in Ungarn fähig sei, zeigt sich Dominik Meichtry, der über 100, 200 und 400 m Crawl sowie über 100 m Delfin starten wird. Gegenüber den letzten zwei Jahren, als wegen der Anzüge Muskelmasse vor Stil und Technik kam, hat der 25-jährige St. Galler rund fünf Kilo abgenommen. Zudem ist er seit den Weltmeisterschaften in Rom im letzten Juli auf der Langbahn nie mehr top vorbereitet und austrainiert ein Rennen geschwommen.

Meichtry, der vor zwei Jahren an den Olympischen Spielen in Peking Sechster über 200 m Crawl wurde, mag es denn auch nicht, wenn man ihm vorrechnet, dass es ihm auf seiner Spezialdistanz zu einer Medaille ausreichen sollte: "Ich nehme alles Schritt für Schritt. Zuerst muss ich den Vorlauf überstehen. Wenn ich in den Top 16 bin, dann kann ich die Finalteilnahme anstreben und erst wenn ich das geschafft habe, wird um Medaillen geschwommen."

Seit einem Jahr trainiert Meichtry nicht mehr in Berkeley, sondern in Los Angeles in einer von Dave Salo gecoachten (prominenten) Trainingsgruppe mit mehrfachen Olympiasiegern und Weltrekordhaltern. "Das macht riesig Spass. Das nächste grosse Ziel von allen ist Olympia 2012 in London", so Meichtry, für den Budapest nur ein -- allerdings wichtiges -- Zwischenziel darstellt.

 

Lang im Ungewissen

 

Wie Meichtry weiss auch Flori Lang nicht genau, wo er im Vergleich mit der Konkurrenz steht. "Ich hatte keine optimale Vorbereitung", gesteht der 26-jährige Zürcher. Nach den Olympischen Spielen 2008 begann für Lang eine neue Periode der Doppelbelastung Sport/Studium. "Trotz reduziertem Trainingsumfang konnte ich meine Form bis zu diesem Februar gut halten. Doch danach ist mit dem nahenden Abschluss an der Uni der Druck und Stress gewachsen. Dann wurde ich auch noch krank und war auch am Ellenbogen verletzt."

Trotz diesen Schwierigkeiten ist Lang zuversichtlich, in Budapest ein gutes Resultat zu erreichen: "Die Trainingszeiten sind gut und ich gehe an den Start, um mich für den Final zu qualifizieren. Wie realistisch das ist, weiss ich allerdings nicht. Doch ich bleibe positiv."

 

Resultats 30th LEN European Swimming Championships 2010 Budapest, Hungary (August 9 - 15, 2010)

Dominik Meichtry ins EM-Vorbereitungslager eingerückt

Dominik Meichtry ist planmässig - nach einem kurzen Aufenthalt im Elternhaus - einen Tag nach seiner Ankunft in der Schweiz nach Tenero gereist. Im Centro Sportivo Tenero wird er sich in den nächsten Tagen auf die bevorstehenden Schwimm-Europameisterschaften vom 8. bis 15. August in Budapest (Ungarn) vorbereiten. Im 50m-Freibad wird er nach den Vorgaben seines US-Trainer Dave Salo seine Bahnen ziehen. Am Donnerstag werden mit Flori Lang und Stephanie Spahn auch seine beiden Teamkollegen vom SC Uster Wallisellen im Tessin eintreffen. Spätestens am Freitag sollte dann das Schweizer EM-Team komplett sein für den offiziellen Medientag.
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